Thursday, July 09, 2009

Hempt Hämd Hemnd - Ausstellung II


MODEBAU ist eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern der Universität für angewandte Kunst Wien, Abteilung Textil – freie angewandte und experimentelle künstlerische Gestaltung. Sie verbindet das Interesse an textilen Körpern und Mode - in kritischer Distanzierung zum Business-Kontext.

Wir konnten das österreichische Textilunternehmen Gloriette, das auf eine mehr als 100jährige Tradition der Hemdenproduktion zurückblickt, von unserem Projekt überzeugen und Gloriette für ein Materialsponsoring gewinnen.
Es ist uns wichtig, dass Gloriette seinen Erfolg auf ökologische und soziale Werte, sowie auf Qualität in Design und Verarbeitung baut und nicht den Marktprinzipien „schnell und billig“ folgt.


Ausstellungen
Juli 2009 im SCHAUfenster, Looshaus
Work-In-Progress Ausstellung “Hempt, HÄMD, Hemnd”, Teil 2

März 2009 im SCHAUfenster, Looshaus
Work-In-Progress Ausstellung “HEMPT, Hämd, Hemnd”, Teil 1





Ohne Titel
Christine Schöpf


Mein Interesse gilt der Adaption eines weissen Männerhemdes an meinen weiblichen Körper. Die Überweite, die sich auf Grund des geringeren Körperumfangs ergibt, wird nicht nach innen genäht und damit kaschiert, sondern - nach denselben Prinzipien, wie die Knitterfalten meines Hemdes der Work-in-Progress Ausstellung I - sichtbar gemacht und als gestaltgebend verstanden.
Hier ist eine Änderungsschneiderei der anderen Art am Werk, die nicht bloss Praktiken des Wegnehmens und Anpassens verfolgt.




Dörfler Christina
SARROCK

Ein Sarrock wurde im Mittelalter als Schutzbekleidung zur Rüstung getragen und bestand aus mehreren, abgesteppten Stoffschichten. Mein Arbeitsansatz führt das weiße Herrenhemd zurück zu seinem Ursprung als Schutzbekleidung und definiert die Attribute einer Textilrüstung für die Gegenwart neu:

Hempt_Nr.1
wurde vollständig mit wattierter Einlage verstärkt und abgesteppt; formt ein raumgreifendes Volumen am Körper.
Hämd_Nr.2.
auswattierte Kanäle ziehen sich durch das weiße Hämd_Nr.2, wie abstrahierte Muskelstränge stärken und schützen sie den Körper des Trägers.
Hemnd_Nr.3.
in progress



Elastische Prägungen
Sandra Herzog

Ausgangspunkt meiner Arbeit waren Prägungen, die durch Erziehung, Gesellschaft und Erfahrungen entstehen. Mit der aus der Tracht stammenden Stifteltechnik wird eine Struktur festgelegt die durch den Einsatz von elastischen Fäden unerwartet Bewegungsfreiheit ermöglicht.
Meine Konzentration liegt nun bei der Ausarbeitung von Innen und Außen. Die Außenseite vermittelt durch den vorgegebenen Raster Klarheit und Strukturiertheit, im Gegensatz dazu zeigt die Innenseite Lebendigkeit und Individualität. Die verschieden geprägten Stellen bedingen unterschiedliche Körperhaltungen und Empfindungen.




Faltspuren
Walter Lunzer

Kontrolliertes, akkurates Falten von Hemden und ist Grundthema der Arbeiten. Dabei geht es um die Suche nach kreativen Spielräumen innerhalb dieser Konventionen.

Ausgangspunkt waren die fünf unkonventionell zusammengelegten Hemden Work in Progress Ausstellung I. Der Fokus lag auf dem Sichtbarmachen der Falten durch unterschiedliche Techniken. Werden die Hemden aufgefaltet tritt durch die Bearbeitungen die ursprüngliche Faltung in den Hintergrund. Aus dem Regelwerk der Faltanleitung entstehen Muster am Hemd oder die Falten lösen sich auf.



HEMDKÖRPER
Claire Chatel

Nachdem ich das Hemd in seine einzelnen Schnitteile zerlegt habe, habe ich mich im Besonderen auf zwei Teile konzentriert, die das Hemd als Ganzes symbolisieren:
Kragen + Manschette

Diese Hemdfragmente bringen das Formelle, die Uniformierung und das Allgemeine zum Ausdruck.
Im Gegensatz dazu steht die Körperform, die sich durch das Material des Hemdes abdrückt für das Individuelle und den persönlichen Ausdruck.

Durch die Stickereien wird das Persönliche von Innen nach Außen gekehrt
und aufgezeigt dass hinter dem Allgemeinen sehr wohl das Besondere steht.

Ziel meiner Untersuchung ist zu erfahren, in wie weit sich Uniformierung und körperlicher Ausdruck ein- beziehungweise ausschließen.



BETRÜGERCHEN (Ugs., Serviteur)
Manora Auersperg

Die Arbeit Betrügerchen greift das weiße Hemd in seiner Funktion gesellschaftlicher Reglementierung auf. Als Bildträger dient hier die Hemdbrust (genannt Serviteur) als "kleine Anrichte", auf der Möglichkeiten von Individuation und Konformität verhandelt werden. Den Anforderungen, die das weiße Hemd in seiner repräsentativen Funktion für die Öffentlichkeit erfüllt, wird die Intimität des Flecks entgegengesetzt.
Durch die intensive Hinwendung des Stickens wird die unwillkürliche Spur eines "Fehlers" fixiert und in seiner Bewertung in Frage gestellt.


pics_genochmarkt
















Wednesday, June 17, 2009

MIK am Genochmarkt



http://www.mik22.tk/


In der Boutique Compo entstehen erlesene (Hausmeisterinnen-)Mode und Deko-Artikel, u.a. für das Fest am 19. und 20. Juni, das am Genochmarkt im 22. Wiener Gemeindebezirk stattfindet. Dafür wurde schon einmal eine eigene Siebdruck- und Textilwerkstätte eingerichtet, und ohne die Hilfe der Kinder der Umgebung wären wir noch nicht da wo wir jetzt sind;)

Freu mich auf kommendes Wochenende!!!



Die gesellige Runde



Letzten Freitag nutzte "Die Gesellige Runde" die leerstehenden Marktstände und Marktstandzwischenräume am Genochmarkt um sich für die Semesterpräsentationen der Textilklasse der Angewandten vorzubereiten und gab mir, die ich in der "Boutique Compo" tätig bin, wieder einmal einen Einblick in ihre Arbeitsweise. Unter der Leitung von Ute Neuber entstand eine Seminargruppe, die Kommunikation und Austausch in den Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung stellt und dafür stets alternative Orte ausserhalb der Klassenräume für sich erschließt.
Die gesellige Runde verbinde ich mit dem Codewort "Orlando", angelehnt an den gleichnamigen Roman von Virgina Woolf, verbinde ich mit dem Ballon, verbinde ich mit sticken, mit kariert, Karotischdecken und immer was Gutem zu essen darauf, mit einer einladenden Offenheit, einer sich übertragenden Begeisterungsfähigkeit, einem unerschöpflichen Ideenpool und zugänglich gemachten Researchmaterial, einer spannenden Linksammlung...sehr inspirierend das von aussen so ein bisschen mitzuverfolgen...macht Lust auf Textil! Auf Textil im gemütlichen Beisammensein eines Kaffeekränzchens, ganz klischeehaft, allerdings nur auf ersten Blick - hier wird nämlich unter veränderten Vorzeichen zu Nadel und Faden gegriffen - und es muss auch gar nicht immer Nadel und Faden sein.













In geselliger Runde...

1. Kleidung und gesellige Runde /Körper und gesellige Runde (Sammlung Lavater)
2. Tafelrunde/Tischgesellschaft geschlechterbezogene Runden
3. Kirschblütenparty/Salon/Teegesellschaft
4. vorgeplant Einladendes im öffentlichen Raum/an der Uni Urban
5. Essen und gesellige Runde Was wird gereicht?
6. Sprache und gesellige Runde /Handlungen in geselliger Runde (Sammlung Lavater)
7. historische Runden und Kreise
8. Architekturen zu geselliger Runde
9. Sitzordnung/Stehweise
10. nichtgeplantes Einladendes / Adaptierbares irgendwo
11. Überdachungen
12. Boden gemeinsames Feld am Ufer am Strand
13. virtuelle geselliger Runden im Netz
14. geselliger Runden bei Tag und bei Nacht Tageszeiten/Jahreszeiten
15. gesellige Runden im Warenverkehr als Marketing
16. 9m Umfang als Ausgangspunkt Formate
17. gesellige Runde/Vermittlung Documenta („Palmenhain“)
18. gesellige Runde/Politik/Demokratie/Sitzordnung
19. Sammelfach für Neues Zugetragenes Ideen
20. in geselliger Runde Entwicklungen infolge von Lehrveranstaltungen zum Thema

show angewandte 09

Ich hatte die Ehre mit zwei Studenten aus der Modeklasse zusammen zu arbeiten, ich war für die Fertigung der Strick-Outfits in der Diplomkollektion von Ba Toan Ngyen und Astrid Deigner verantwortlich.
Hier gibts Backstage- und Catwalkfotos von mir, mitunter auch von party.at und fm4.orf.at. Einen guten Überblick mit Videobeiträgen gibt auch tschilp.com


















Tuesday, March 17, 2009

Hempt Hämd Hemnd - Ausstellung I - die Fotos

Unsre erste Ausstellung der Gruppe MODEBAU - und auch die geplante Folgeausstellung im Juli - zeigen unsre Beschäftigung mit dem weissen Hemd in ihrem Entstehungsprozess. Wir freuen uns die ersten beiden Work-in-Progress Präsentationen in der Raiffeisenbank im Looshaus am Michaelerplatz zeigen zu dürfen und danken dafür unserer Professorin Miki Martinek, die uns, als Adolf Loos Staatspreisträgerin 2007, diese Plattform ermöglicht hat.




OHNE TITEL
Christine Schöpf
Das weiße Hemd, Grundelement der Herrenbusinessgarderobe und lange Zeit männliches Statussymbol, ist für mich Inbegriff einer makellosen, akkuraten, glatt gebügelten und unpersönlichen Ästhetik. Dies veranlasste mich, die Spuren des Gebrauchs und des individuellen Trageprozesses sichtbar zu machen, und mehr noch, die durchs Knittern entstandenen Falten als Gestalt gebendes Prinzip zu verstehen.


SARROCK_weißes Herrenhemd
Sarroxwewer Christina Dörfler (ahd. Textilrüstungsbauer)
Ein Sarrock wurde im Mittelalter als Schutzbekleidung zur Rüstung getragen und bestand aus mehreren, abgesteppten Stoffschichten. Mein Arbeitsansatz führt das weiße Herrenhemd zurück zu seinem Ursprung als Schutzbekleidung und definiert die Attribute einer Textilrüstung für die Gegenwart neu.

Elastische Prägungen
Sandra Herzog
Das weiße Hemd ist Anlass für mich, meinen Prägungen, die durch Erziehung, Gesellschaft, Erlebnisse und Erfahrungen gewachsen sind, auf den Grund zu gehen. Anhand der aus der Tracht stammenden Stifteltechnik, setze ich mich mit festgefahrenen Strukturen auseinander und ermögliche mir durch elastische Fäden Bewegungsfreiheit und Flexibilität.


unter.Hemd
Eva Maria Haslauer
Ausgehend vom weißen Hemd, gilt mein Interesse dem, was darunter liegt. Das Unterhemd soll an die Oberfläche gebracht werden und dabei die klassische Anordnung von Bekleidung aufbrechen. Sowohl die veränderte Zusammenstellung von Materialien und Funktionen, als auch die Verbindung von weiblich und männlich konnotierten Formen, sollen bei dem Betrachter Irritation hervorrufen.


ZUSAMMENGELEGT
Hemdfaltungen von Walter Lunzer
Ähnlich der Faltkunst von Tischservietten hat das Falten von Bekleidung, neben der Stapelbarkeit, eine repräsentative Funktion. „ZUSAMMENGELEGT “ greift diesen Umstand auf, indem verschiedene Versionen systematisch zusammengelegter Hemden eine Serie von Hemdskulpturen ergeben. Beigefügte Faltanleitungen dienen den Betrachtenden dazu, den Formungsprozess nachzuvollziehen und bieten so die Chance die Faltungen nachzuahmen und die übliche, konventionalisierte Faltweise zu überdenken.


WHITE COLLARS
Nina Kugler
Auf einem für den Verkauf gefalteten Hemd stapeln sich zahlreiche Krägen übereinander; dasselbe Motiv wiederholt sich in der über der Brust liegenden Manschette. Die immer kleiner werdenden Krägen wachsen turmartig in die Höhe und bilden einen sich nach oben verengenden pagoden-ähnlichen Körper.
Ausgangspunkt der Kragenskulptur ist das weiße Hemd als uniformes Kleidungsstück der Beschäftigten im Dienstleistungssektor, die so genannten „white-collar workers“.
Die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen im tertiären Sektor, sowie in der Arbeitswelt bestehende Hierarchien sind Themen meiner Auseinandersetzung mit dem weißen Hemd.

Betrügerchen (Ugs., Chemisette, Plastron, Serviteur)
Manora Auersperg
Das weiße Hemd wird in seiner Funtkion gesellschaftlicher Reglementierung thematisch aufgegriffen; der Fokus auf den Ausschnitt beleuchtet Möglichkeiten von Konformität und Individuation die sich in Kleidung und Schmuck zeigen.
Die Chemisette (Dim. zu frz. Chemise, Hemd), eine latzartige Reduktion auf die Hemdbrust, dient meinen Untersuchungen als "kleine Anrichte", als Serviteur (einfache Form der Ch.).
Was die Erziehung zu bestimmten Umgangsformen - etwa "Tischmanieren" - an einem Menschen leistet wird von mmir in der ersten Serie von Betrügerchen durch eine Spurensicherung von "Fehlleistungen" und deren handwerkliche Neubewertung visualisiert.


Dekonstruktion
Claire Chatel
... wo Hemd nicht mehr Hemd wird
... Vokabular entsteht,
... Elemente die modulierbar, flexibel sind
... neue Sätze bauen
... wo Farbe und Fragmente diese weiße Fläche füllen
... die Suche nach der Grenze, wenn weiß von neutraler Farbe eine Farbe wird
... durch Wiederholung von Elementen
... Strukturen und Muster brechen
... neue Grenzen entstehen

Sunday, March 15, 2009

Hempt Hämd Hemnd - Ausstellung I


Die Gruppe MODEBAU, KünstlerInnen der Universität für angewandte Kunst,
Abteilung Textil – freie angewandte und experimentelle künstlerische Gestaltung, arbeitet an der Schnittstelle von Mode und Kunst zum Thema “Das weiße Hemd”.
Die Work-In-Progress Ausstellung “Hempt, Hämd, Hemnd” ist vom 26.2.-6.4.2009 im Foyer der Raiffeisenbank im Looshaus am Michaelerplatz zu sehen.


MODEBAU hat sich aufgrund eines besonderes Interesse an Mode und textilen Körpern jenseits üblicher Spielarten des gängigen Fashionbusiness gefunden und verknüpft formalästhetische Zugänge mit kulturwissenschaftlicher Reflexion. Wir verstehen Mode und Kunst als sich gegenseitig bereichernde Disziplinen und versuchen über deren Verbindung neue Perspektiven zu erschließen.

Das weiße Hemd, Grundelement unserer Bekleidungstradition, das von Männern und Frauen, in den unterschiedlichsten Kulturen, sozialen Schichten und Lebenssituationen, formell bis informell, getragen wird, stellt einen kleinsten gemeinsamen Nenner dar, von dem ausgehend unterschiedliche Arbeitsansätze entstanden sind.

Die ursprüngliche Nutzungsgeschichte des Looshauses – 1909 erteilte Leopold Goldmann Adolf Loos den Bauauftrag zur Errichtung eines Geschäftsgebäudes für den Nobel-Herrenausstatter Goldman & Salatsch – bildet den passenden Rahmen für eine Werkschau zum weissen Hemd – 100 Jahre später.

pics von unsrer ausstellung in der modewerkstatt liniert, 05. - 08. 03.09

Wednesday, February 25, 2009

Strickausstellung/Modewerkstatt Liniert


„3 künstlerinnen, 3 kollektionen, 3 tage, 1 raum, 1 000 000
maschen 3mal neu gedacht! christina dörfler, jennifer rippel und
christine schöpf zeigen ihre passion für geometrische formen und
maschenware. bei ihrem studium an der universität für angewandte
kunst und der strickklasse in hetzendorf haben sie 3
unterschiedliche zugänge entwickelt, strick an den körper zu
bringen. es wird unikate, prototypen, maschendichteberechnungen und
kleine strickkollektionen zu sehen, mitunter auch zu erwerben
geben.“



WANN: 5.3.2009 ab 19h open end, WO: LINIERT modewerkstatt,
sechskrügelgasse 2, 1030 wien


liniert - architektur + mode + designwerkstatt / sechskrügelgasse 2
- 1030 wien - austria / fon +43 (0)699 19444104 - www.liniert.info/

Wednesday, December 31, 2008

A Magazine_Riccardo Tisci




Paolo Canevari

Diane Koutsis-Hemmi

Monday, December 22, 2008

Rosemarie Trockel

Attached to a curtain, 2004
Holzschnitt auf Papier







Eisberg, 1986

Rosemarie Trockel















Anette Messager




Anette Messager in: Cora von Pape, Kunstkleider, Bielefeld, transcript, 2008

Anette Messager








Dependance/Indepandance



Gants-Coeur, 1999



Femme Practique, Album Collection nr 7

Fanny Viollet




Strickkunst im Textilforum 01/2008





Die Märzausgabe des Textilforums 01/2008 widmet das ganze Heft dem Thema Strickkunst, und ich, die ich für meine Diplomarbeit im Moment gerade am recherchieren bin und alles sammle was mit Strick in Zusammenhang steht, habe die letzten 5 Blog-Beiträge in Anlehnung an dieses Heft gepostet - weitere werden folgen.

Sabrina Gschwandtner




nachzulesen auch in: Textilforum 01/2008